Kurz & bündig
- Die Generationengemeinschaft von Serge und Jean-Jacques Duperrex setzen seit 2021 einen Valtra G 135 V ein.
- Er wird für Futterbauarbeiten eingesetzt und ergänzt bei Bedarf einen Valtra N 174 bei schweren Ackerarbeiten.
- Die Betriebsleiter nutzen Automatikeinstellungen am Vorgewende und nutzen die automatische Spurführung bei den meisten Feldarbeiten.
- Der Traktor hat eine Doppelbereifung zur Bodenschonung.
www.stoeckweid.ch
Die exquisite Farbgebung des neuen Valtra auf dem Betrieb Stöckweid der Generationengemeinschaft Duperrex erinnert an das orange-grüne Hoflogo. Dieses wiederum ist farblich durch den Kürbis- und Spargelanbau für den eigenen Verkauf geprägt. «Wir haben hier viele Hofbesucher und der Traktor gefällt allen», sagt Serge Duperrex und freut sich über die gelungene Farbwahl.
Zusammen mit Vater Jean-Jacques bewirtschaftet er den 46 ha umfassenden Betrieb in einer Generationengemeinschaft. Sie halten 56 Milchkühe, welche seit 14 Jahren mit einem Roboter gemolken werden.
Direktvermarktung und die Bewirtung von Gästen sorgen dafür, dass immer viel los ist auf der Stöckweid bei Knonau, ZH.
Beim neuen Valtra geht es natürlich nicht in erster Linie um die Farbe. «Zusammen mit meinem Vater haben wir uns wegen der technischen Ausstattung für den Traktor mit 4 Zylinder-Motor mit 135 PS entschieden.» Die Leistungsmerkmale der neuen Valtra G-Baureihe ermöglicht es, den Traktor beim Futterbau wie auch beim Ackerbau einzusetzen. Zudem hat man Erfahrung mit dem finnischen Hersteller, vor fünf Jahren wurde bereits ein erster Valtra angeschafft.
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Die Arbeiten auf dem Betrieb selber machen statt auslagern
Auf dem Betrieb wurde die Mechanisierung vor fünf Jahren neu organisiert. Dazumal kehrte Serge Duperrex nach Auslandaufenthalten auf den Betrieb zurück. Mit seiner zusätzlichen Arbeitskraft begann man, Arbeiten, die bisher ausgelagert wurden, selbst zu erledigen.
Beim Futterbau und Ackerbau wurde maschinell aufgerüstet. Vom Schneiden bis zum Einführen mit einem Kurzschnittladewagen werden die Arbeiten nun selbst erledigt. Eine Säkombination für den Ackerbau wurde auch angeschafft. Zurzeit entwickelt Serge Duperrex den Aufbau einer Säeinheit an einer Spatenmaschine.
Um diese Arbeiten zu erledigen, schaffte die Familie 2017 einen Valtra N 174 an. Der leistungsstarke 4-Zylinder wurde mit der ab Werk erhältlichen Rückfahreinrichtung ausgestattet.
Viel und weitsichtig in die Landtechnik investiert
«Wir haben viel in die Landtechnik investiert, aber wir achteten darauf, dies weitsichtig zu tun.» Was das heisst, zeigt sich an der Rückfahreinrichtung am Valtra N 174. Beim Mähen fahren Duperrex’ nämlich rückwärts. Hinten am Traktor ist ein 5,40-Meter-Mähwerk von Krone angebaut.
Die Schlagkraft ist sehr hoch und das Gerät belastet den Traktor an der Hinterachse weniger als an der Vorderachse: Mal abgesehen davon, dass dieses Mähwerk vorne gar nicht erst angebaut werden könnte. Zudem wird die Vorderachse nicht überlastet und das Gewicht wird mit der grösseren Bereifung bodenschonender auf den Boden übertragen. Und zu guter Letzt kann auf eine Querverkehrskamera, aufgrund des vorderen Überhangs, verzichtet werden.
Was hier an technischem Klimbim eingespart werden kann, investiert man besser in eine Rückfahreinrichtung. Diese nutzen Duperrex’ auch beim Forstanhänger, welcher jährlich rund 200 Stunden eingesetzt wird. Am neuen Valtra der G-Serie ist eine Rückfahreinrichtung nicht erhältlich. Sie war in diesem Fall auch nicht erforderlich.
Miettraktor der Valtra A-Serie als Zwischenlösung
Die beiden Betriebsleiter wussten genau, was ihr Zweittraktor können muss. Er ersetzte einen Fiat 8894, für welchen Duperrex’ ein Kaufangebot erhalten haben. Sie haben den Fiat vor einem Jahr verkauft. Nur war damals die G-Serie von Valtra noch nicht lieferbar. Im Wissen, dass hier etwas kommt, hat man die Zeit mit der Miete eines Valtra der A-Serie überbrückt. Dieser verfügt eigentlich über zu wenig Technik, für die Dauer der Miete reichte es jedoch aus.
Zu den Anforderungen gehört beispielsweise eine leistungsstarke Load Sensing-Hydraulikanlage und vor allem eine Spurführung. Diese war ursprünglich für den Spargel- und Kürbisanbau erforderlich, wird unterdessen jedoch für sämtliche Feldarbeiten genutzt.
Benutzerfreundliches Smartfarming
Die Vorgewende-Automatik für den Geräteaushub nutzen Vater und Sohn Duperrex ebenfalls intensiv. «Wir haben alle Anbaugeräte und Anhänger im Terminal gespeichert. Hat man ein Gerät eingestellt, kann man die Werte abspeichern. Beim nächsten Einsatz mit dem Gerät muss dieses im Terminal nur noch ausgewählt werden und die Hydraulikventile stellen sich automatisch ein. Wenn für eine Maschine ein solches Profil erstellt wurde, funktioniert alles immer gleich, sofern die Leitungen am gleichen Ventil gekuppelt werden. Hier wurde mit Smart Touch eine gute Lösung gefunden, damit man sich bei der Bedienung am Terminal leicht zurechtfindet», meint Serge Duperrex zusammenfassend. Verkaufsleiter Christian Walder vom Importeur GVS ergänzt, dass der Vorgewende-Vorgang in Zukunft auf Wunsch nicht mehr manuell eingeleitet werden muss, sondern positionsbezogen über das GPS automatisch ausgelöst wird.
Valtra ist seit jeher für robuste Traktoren bekannt. Hier zeigt sich nun, dass die Finnen auch bei der Bedienung im Smartfarming-Bereich benutzerfreundliche Lösungen gefunden haben. Beim Maschinenprofil lässt sich beispielsweise auch die Arbeitsbreite abspeichern. Wird ein Gerät ausgewählt, greift Smart Touch auch auf diesen Wert zurück und der Rechner ist startbereit für die Spurführung.
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Keine Kompromisse bei der Technik, aber bei der Bereifung
Bei der Technik musste Serge Duperrex beim Valtra G 135 V keine Kompromisse eingehen. Mal abgesehen vom Fahrantrieb, wo er anstelle der sechs-Gang-Lastschaltung lieber ein stufenloses Getriebe hätte. Aber die Getriebefunktionen lassen sich automatisieren und er sieht in der Praxis in seinem Fall keinen Nachteil.
Kompromisse ging er jedoch bei der Bereifung ein. Hier wären 38er-Reifen möglich. Weil er jedoch auch ins Futtertenn fahren muss, entschied man sich für 34er-Reifen. Für die Bodenschonung wurden dafür Doppelräder mitbestellt. Bis Anfang August wurde der Traktor in nur einem Monat rund 100 Stunden eingesetzt. Die Hälfte davon war er mit den Doppelrädern bestückt.
Der neue Valtra kommt also vom Futtermischwagen über die Gülleverschlauchung und Futterbereitung bis zum Silierladewagen und Ackerbauarbeiten zum Einsatz. «Die beiden letzten Punkte sind zwar die Kernaufgaben unseres grösseren Traktors, wir wählten jedoch bewusst einen Zweit-Traktor, welcher diese Aufgaben bei Bedarf auch ausführen kann, ohne dass dabei ein Murks entsteht.»
Auch bei Valtra beim Gewicht realistisch bleiben
Damit der Allrounder für «Klein» und «Gross» legal im Strassenverkehr eingesetzt werden kann, wurde ein besonderes Augenmerk auf die Achslasten gelegt. Bei einem Leergewicht von 5800 Kilogramm liegt das Gesamtgewicht bei 9500 Kilogramm. Das erlaubt eine hohe Nutzlast von 3700 Kilogramm.
«Die Nutzlast ist jedoch nicht immer gleich hoch. Hier haben wir eine Ausstattung mit 34er-Bereifung und keine Frontladerkonsolen. Mit grösserer Bereifung und mehr Ausstattung ist der Traktor schwerer und die Nutzlast nimmt rasch ab», warnt Christian Walder vor zu viel Euphorie. Geht es um Gewicht und Zuladung, ist Christian Walder sowieso sensibilisiert.
Wer an Valtra denkt, denkt an Achslasten, Hublasten und Zuladung ohne Ende, welche die Traktoren mit dem robusten Image locker stemmen. Walder freut sich natürlich, kann er Traktoren mit diesem Image verkaufen. Aber selbst bei Valtra muss man hier realistisch bleiben.
«Oft hat man falsche Vorstellungen oder rechnet falsch. Wenn ein Traktor eine Stützlast von drei Tonnen aufweist, meinen die meisten, sie können tatsächlich diese Last aufsetzen. Das ist falsch. Die Stützlast entlastet die Vorderachse. Dieses Gewicht verschiebt sich auf die Hinterachse, welche zu den drei Tonnen hinzugerechnet werden muss.»
Dazu kommen weitere Parameter, wie das minimale Gewicht auf der Lenkachse oder die Tragkraft der Reifen, die eingehalten werden müssen. Wer sich hier im Grenzbereich bewegt, muss die jeweiligen Gewichte exakt messen oder berechnen.
Schon nach einem Monat sieht die Auslastung gut aus
Die Familie Duperrex investierte rund 139 000 Franken in den Valtra G 135 V. Dabei sind die Doppelräder mit knapp 10 000 Franken enthalten. Man rechnet mit einer jährlichen Aus-lastung von 500 Stunden. Nach nur einem Monat sieht es eher nach mehr aus.
Valtra Serie G
- Vier Modelle von 105 bis 135 PS(mit Boost 110 und 145 PS)
- Diverse Ausstattungsmöglichkeiten
www.gvs-agrar.ch