Im Grunde gibt es drei verschiedene Gerätekonzepte für das Schleifen der Klingen eines Doppelmessermähwerks:

  • von Hand mit Winkelschleifer
  • halb automatische Schleifgeräte
  • automatische Schleifgeräte

Handarbeit oder besser Hightech?

AboDie Doppelmesser sind im Gras schwer zu erkennen und passen sich den Unebenheiten des Geländes an.MähtechnikDoppelmessermähwerke: Alte Technik mit neuem AufwindFreitag, 4. April 2025 Die Klingen des Doppelmessermähwerks von Hand mit dem Winkelschleifer zu schärfen erfordert viel Fingerspitzengefühl und birgt ein hohes Fehlerpotenzial. Daher wird grundsätzlich davon abgeraten, ohne Führung zu schleifen. Tobias Kälin junior aus Bennau SZ meint dazu: «Kannst du vergessen, dass das gut und scharf wird.»

Mehr Komfort bietet ein halb automatisches Gerät. Hierbei wird das Schleifgerät auf einer Schiene geführt, wodurch der Schleifwinkel konstant bleibt. Allerdings muss jeder Schleifhub manuell ausgeführt werden. Noch komfortabler sind Vollautomaten: Sie steuern die einzelnen Klingen automatisch an und schleifen das Messer selbstständig.

Allerdings hat mehr Komfort seinen Preis: Vollautomaten können fast doppelt so teuer sein wie ihre halb automatischen Kollegen. Die Geräte liegen in einer Preisspanne von Fr. 7000.– bis zu Fr. 14'000.–.

Der Teufel steckt im Detail

Damit die Klinge perfekt schneidet, muss sie im richtigen Winkel geschliffen werden. Die empfohlenen Schleifwinkel werden meist vom Hersteller vorgegeben. Allerdings spielt auch die Drehrichtung des Schleifgeräts eine wichtige Rolle. Grundsätzlich sollten die Schleifscheibe oder der Schleifstein von aussen nach innen arbeiten, um Grate an der Schneide zu vermeiden.

Zudem darf die Klinge beim Schleifen nicht zu heiss werden. Einerseits können durch ungleichmässige Erwärmung Spannungen im Material entstehen, andererseits kann sich das Gefüge der Schneide verändern – ähnlich wie beim Härten von Metall –, wodurch sie spröde wird.

Ein Gerät für mehrere Benutzer

Viele moderne Schleifgeräte bieten daher eine einstellbare Drehrichtung und teilweise auch eine Kühlung. Diese zusätzlichen Funktionen wirken sich jedoch auf den Preis aus. Ob sich die Investition in ein High-Tech-Schleifgerät lohnt, hängt vor allem von der Nutzungshäufigkeit ab. Wer ein solches Gerät anschafft, sollte in Erwägung ziehen, auch für andere Schleifarbeiten auszuführen oder die Anschaffung in einer Gemeinschaft zu tätigen.

Warum Tobias Kälin junior auf einen Vollautomaten setzt

Der Halbautomat schleift die Messer gut, scharf und immer gleich, jedoch bringt er keine Zeitersparnis. Deshalb setzt Kälin junior auf den Vollautomaten.

«In einer Stunde komme ich mit der Wartung der Messer durch», sagt Kälin junior. Während der Automat schleift, kann er andere Wartungsarbeiten erledigen.

Nach eigenen Angaben muss er die Wartung je nach Grasbestand alle 20 bis 30 ha erledigen:

  • Säubern des Mähwerks
  • Ausbauen der Messer
  • Schleifen der Messer
  • Schmierung des Messerträgers
  • Justierung des Geräts

Letztendlich hängt die Wahl der richtigen Schleifmethode von den individuellen Anforderungen ab. Wer Wert auf Präzision und Effizienz legt, wird mit einem automatischen Schleifgerät am besten fahren. Für gelegentliche Einsätze kann ein halb automatisches Gerät eine gute Alternative sein. Entscheidend ist, dass die Klingen fachgerecht geschliffen werden, denn nur so bleibt die Schnittleistung des Mähwerks optimal.