Für jedes Rind kommt der Tag, an dem es kalbt und in die Herde der laktierenden Kühe integriert wird. Das Kalben und das Zurechtfinden in der neuen Herde bedeutet für eine junge Kuh einen ernst zu nehmenden Stress. Deshalb muss man der jungen Kuh die Eingliederung so einfach wie möglich machen.
Eine gute Variante ist, eine ganze Gruppe Rinder aus dem Aufzuchtstall in die Milchviehherde zu bringen. Die jungen Kühe haben ihre Freundinnen dabei und können sich so von Beginn an besser behaupten. Durch das frühzeitige Einstallen in den Milchviehstall gewöhnen sich die Rinder an die Geräusche und die neuen Gerüche im Stall. Zudem bewährt sich, den neuen Rindern jeweils einen Liter Tankmilch über den Rücken zu giessen. Dadurch ist ihr Geruch für die alten Kühe weniger fremd.
Nach der neuen Erfahrung des Kalbens kommt neu auch das Melken dazu. In einem Anbindestall ist es sinnvoll, dass die hochträchtigen Rinder bereits neben laktierenden Kühen stehen, damit sie sich an die Schläuche und die Geräusche der Melkmaschine gewöhnen. Zudem erschrecken junge Rinder beim ersten Melken weniger, wenn sie bereits seit dem Kälberalter an allen Körperstellen, inklusive Euter, regelmässig berührt wurden.
Und zum Schluss ein alter Trick: Bei «beweglichen» Rindern kann als Alternative zu einem Schlagbügel auch das Pusten mit einem sauberen Schlauch in die Vagina dienen. Bereits die ersten Rindviehhalter in der Urzeit kannten diesen Trick. Durch den Luftdruck in der Vagina gerät die Kuh in eine Art «Starre», in welcher das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Dadurch steht die junge Kuh still und gibt ihre Milch ab.